Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen.

WER WIRD GEFÖRDERT?

Antragsberechtigt sind Unternehmen, unabhängig von ihrer Unternehmensgröße.

WAS WIRD GEFÖRDERT?

Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen werden als Basis- und Bonusförderung gewährt.

Basisförderung

Um die Basisförderung zu erhalten, wird nach der Art der Maßnahmen, der Anlagenart sowie dem Kältemittel und der Kühlleistung differenziert.

a) Maßnahmenart:

  • Maßnahmen zur Sanierung von Bestandsanlagen.
  • Maßnahmen zur Errichtung von Neuanlagen.
  • Maßnahmen zur Teilsanierung von Anlagen.

b) Anlagenart:

  • Kleine Kompressions-Kälteanlagen mit einer elektrischen Antriebsleistung des Verdichters bzw. der Verdichter von mindestens 2 kW und höchstens 5 kW.
  • Kompressions-Kälte- und Kompressions-Klimaanlagen mit einer elektrischen Antriebsleistung des Verdichters bzw. der Verdichter von mindestens 5 kW und höchstens 300 kW.
  • Ammoniakanlagen mit einer elektrischen Antriebsleistung des Verdichters bzw. der Verdichter von mindestens 5 kW und höchstens 200 kW.
  • Sorptionskälte- und Sorptionsklimaanlagen mit einer Kälteleistung von mindestens 5 kW und höchstens 500 kW.

c) Kältemittel:

Folgende Kältemittel werden im Rahmen der Basisförderung je nach Maßnahme gefördert.

Sanierung Neuerrichtung Teilsanierung
Kältemittel bei Mono-Split-Anlage*:
GWP** < 750
Kältemittel bei kleinen Kompressionsanlagen:
GWP < 750/ halogenfrei
Kältemittel bei Supermarktanlagen: GWP < 1.500
Kältemittel bei allen anderen Anlagen: 
GWP < 1.500
Kältemittel bei allen anderen Anlagen:
GWP < 1.500/ halogenfrei
Kältemittel bei allen anderen Anlagen:
GWP < 2.500

*Mit einer Kältemittelfüllmenge < 3 kg
**GWP: Global warming potential bzw. Treibhausgaspotential

d) Fördervoraussetzungen:

  • Verdichter müssen über eine Leistungsregelung verfügen.
  • Abtauvorrichtungen müssen über eine Bedarfsregelung verfügen.
  • Verflüssiger beziehungsweise Gaskühler sowie Verdampfer sind so zu dimensionieren, dass eine möglichst kleine treibende Temperaturdifferenz erreicht und gleichzeitig der Energieaufwand für den Transport des Kühlmittels möglichst gering wird.
  • Expansionsventile müssen elektronisch steuerbar sein.
  • Umwälzpumpen der Kühlmittelkreisläufe müssen drehzahlgeregelt sein.
  • Verkaufskühlmöbel im Lebensmittelhandel müssen mit Nachtabdeckung oder Glas- beziehungsweise Kunststofftüren oder -deckeln sowie mit LED-Beleuchtung oder Plasma-Leuchtmitteln ausgestattet sein.
  • Sorptionsanlagen müssen über eine bereits vorhandene Wärmequelle oder eine neu zu installierende Solarthermieanlage angetrieben werden. Die elektrische Leistung der Zusatzverbraucher darf acht Prozent der bereitgestellten Kälteleistung nicht übersteigen, mit Ausnahme der Wasserverteilung.

Für geförderte Anlagen muss der Zuwendungsempfänger dem BAFA mindestens einmal im Jahr über einen Zeitraum von fünf Jahren nach Inbetriebnahme Betriebsdaten zur Verfügung stellen.

Bonusförderung

Im Rahmen der Bonusförderung werden Maßnahmen zur Nutzung der Abwärme aus Produktionsprozessen und Kälteanlagen gefördert.

Voraussetzung: Die Bonusförderung muss zusammen mit einer förderfähigen Basismaßnahme beantragt und umgesetzt werden.

Folgende Maßnahmen werden im Rahmen der Bonusförderung gefördert:

  • Wärmespeicher mit Wärmeübertrager zur Abwärmenutzung der Kälte- oder Klimaanlage.
  • Wärmepumpen zur Abwärmenutzung der Kälte- oder Klimaanlage.
  • Kältespeicher mit Wärmeübertrager.
  • Freikühler mit Rohrleitungen, Pumpen, Tank, MSR-Technik und gegebenenfalls zusätzlichem Wärmeübertrager.

Förderfähig sind alle Komponenten und Systeme des Kältemittelkreislaufs sowie Kühlmittelleitungen. Von der Förderung ausgeschlossen sind gebrauchte Komponenten oder Versuchsanlagen.

WIE WIRD GEFÖRDERT?

KF: Höhe der Förderung,

C: Kälteleistung in kW bzw. die Speicherkapazität inkWh,

A, B: Koeffizienten, die von der Art der Kälteanlage abhängen.

Die Höhe der Förderung (KF) ergibt sich nach der Formel:

K F = A x C (1–B)

Die genaue Höhe der Förderleistung kann ein Energieberater im Rahmen seiner Tätigkeit exakt benennen.

Seit dem 01. Januar 2017 beträgt die Förderhöchstgrenze für die Summe aller Maßnahmen im Zusammenhang mit dieser Richtlinie 150.000 Euro.

Die Antragsstellung für die Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen erfolgt ausschließlich über das elektronische Antragsformular auf der Webseite des BAFA.

Die Umsetzung der Maßnahmen darf erst nach Eingang des Zuwendungsbescheids beim Antragsteller beginnen. Als Vorhabenbeginn gilt der rechtsgültige Abschluss eines der Ausführung zuzuordnenden Lieferungs- und Leistungsvertrags, bzw. der Zeitpunkt der Auftragsvergabe zum Bau oder zur Sanierung einer Kälte- oder Klimaanlage.

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