Heizen mit erneuerbaren Energien: Solarthermie

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Errichtung und Erweiterung von Solarkollektoranlagen, die zur Warmwasserbereitung, Raumheizung oder in Kombination sowie zur solaren Kälteerzeugung dienen.

WER WIRD GEFÖRDERT?

Antragsberechtigt sind alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Unternehmensgröße.

WAS WIRD GEFÖRDERT?

Gefördert wird die Errichtung und Erweiterung von Solarkollektoranlagen, die zur Warmwasserbereitung, Raumheizung oder in Kombination sowie zur solaren Kälteerzeugung dienen. Das BAFA hat dazu eine Liste mit förderfähigen Solarthermiekollektoren veröffentlicht. Diese sind besonders effizient.

WIE WIRD GEFÖRDERT?

Eine Förderung kann in Form einer Basis-, Innovations- und Zusatzförderung beantragt werden.

Basisförderung:

Die Basisförderung wird gewährt, wenn bei Inbetriebnahme der neuen Anlage in dem Gebäude bereits seit mindestens zwei Jahren ein anderes Heizungs- oder Kühlsystem installiert wurde.

Solarkollektoranlage Kollektor-fläche Förderung je qm Brutto-fläche Mindest-zuschuss
zur Warmwasserbereitung 3 - 40 qm* 50 Euro/qm 500 Euro
zur Heizungsunterstützung (Erstinstallation) 1 - 40 qm 140 Euro/qm 2.000 Euro
für solare Kühlung (Erstinstallation) 1 - 40 qm 140 Euro/qm 2.000 Euro

zur Zuführung in ein Wärmenetz (Erstinstallation)

1 - 40 qm

140 Euro/qm

2.000 Euro

Erweiterung einer vorh. Solarthermieanlage 4 - 40 qm 50 Euro/qm      -

*Bei einem Warmwasserspeichervolumen von 200 Litern.

Um die Förderung zu erhalten gelten folgende Mindestvoraussetzungen bezüglich der Bruttokollektorfläche und des Wärmespeichervolumens mit dem Wärmespeichermedium Wasser:

Vakuumröhren- und Vakuumröhrenflachkollektoren:

  • Mindestens 7 qm Bruttokollektorfläche.
  • Mindestens 50 Liter je qm Bruttokollektorfläche für den Wärmespeicher.
  • Ab einer Bruttokollektorfläche von 20 qm gilt: mindestens ein Wärmemengenzähler muss in den Kollektorkreislauf installiert werden.

Flachkollektoren:

  • Mindestens 9 qm Bruttokollektorfläche.
  • Mindestens 40 Liter je qm Bruttokollektorfläche für den Wärmespeicher.
  • Ab einer Bruttokollektorfläche von 30 qm gilt: mindestens ein Wärmemengenzähler muss in den Kollektorkreislauf installiert werden.

Luftkollektoren sind von der Mindestförderung nicht betroffen.

Eine Erweiterung von bestehenden Solarkollektoren um mindestens 4 qm bis maximal 40 qm Bruttokollektorfläche werden mit 50 Euro je erweitertem qm Bruttokollektorfläche gefördert.

Innovationsförderung:

Die Innovationsförderung wird gewährt bei:

  1. Solarkollektoranlagen zur reinen Warmwasserbereitung
    mit Solarkollektoren von 20 m2 bis 100 m2 Bruttokollektorfläche, deren Wärme für die Warmwasserversorgung bei Wohngebäuden mindestens drei Wohneinheiten und bei Nichtwohngebäuden mindestens 500 m2 versorgt.

    Auch Mischgebäude für Wohn- und Gewerbenutzung können gefördert werden. Es gibt zwei Möglichkeiten der Förderung:

    Größenabhängige Förderung:

    - Gebäudebestand: 100 Euro/ qm Bruttokollektorfläche
    - Neubau: 75 Euro/ qm Bruttokollektorfläche

    Ertragsabhängige Förderung:

    Basis: Prüfzertifikat SolarKEYMARK*
    - Investitionszuschuss: 0,45 Euro x jährlicher Kollektorertrag x Anzahl der installierten Kollektoren

    *Bei der SolarKEYMARK-Zertifizierung der Solarthermiekollektoren werden bestimmte Standards geprüft, die Voraussetzung für eine Förderung sind.
  2. Solarkollektoranlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, solare Kälteerzeugung oder Wärmenetzzuführung werden gefördert, wenn diese eine Bruttokollektorfläche von 20 m2 bis zu 100 m2 aufweisen. Zusätzlich muss die Wärme der Versorgung von Raumheizung und Warmwasser, der Kälteerzeugung oder der Zuführung in Wärme und/oder Kältenetze dienen.

    Dabei müssen mit der Wärme bei Wohngebäuden mindestens drei Wohneinheiten und bei Nichtwohngebäuden 500 m2 Nutzfläche versorgt werden oder Solarkollektoren mit einer Größe von 20 m2 bis 100 m2 Bruttokollektorfläche, die zur Raumheizung und Warmwasserbereitung dienen und einen solaren Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent aufweisen.

    Es gibt zwei Möglichkeiten der Förderung:

    Größenabhängige Förderung:

    - Gebäudebestand: bis zu 200 Euro/ qm Bruttokollektorfläche
    - Neubau: bis zu 75 Euro/ qm Bruttokollektorfläche

    Ertragsabhängige Förderung:

    Basis: Prüfzertifikat SolarKEYMARK
    - Investitionszuschuss: 0,45 Euro x jährlicher Kollektorertrag x Anzahl der installierten Kollektoren
  3. Prozesswärme, die, bei einer überwiegenden Prozesswärmebereitstellung, mit bis zu 50 Prozent der Nettoinvestitionskosten (inkl. Planungskosten und Kosten für die Systemeinbindung) für Erstinstallationen und Erweiterungen von Solarkollektoranlagen gefördert wird.

Zusatzförderung:

Eine Zusatzförderung kann gewährt werden als:

  1. Kombinationsbonus: mit zusätzlich 500 Euro je Anlagenkombination, wenn:
    - die Solarkollektoranlage an ein Wärmenetz angeschlossen wird,
    - gleichzeitig eine förderfähige Biomasse-Anlage oder effiziente Wärmepumpen verbaut werden oder
    - wenn gleichzeitig ein Heizkessel, der keine Brennwerttechnik hat, durch einen Brennwertkessel, der mit Öl oder Gas betrieben wird, ausgetauscht wird. Dabei ist der Nachweis des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage Fördervoraussetzung.
  2. Einzelmaßnahmen zur Optimierung der Heizungsanlage, wenn:
    - diese im Zusammenhang mit einer Errichtung von Solarkollektoranlagen erfolgen
    - oder im Rahmen des Förderprogramms bereits geförderte Solarkollektoranlagen optimieren, deren Inbetriebnahme länger als drei Jahre, höchstens jedoch sieben Jahre zurückliegen und deren Förderung seit 2018 vor der Umsetzung beantragt wurde (Übergangsfristen beachten). 

    Die Förderung liegt dabei bei einem einmaligen Investitionszuschuss von:
    - höchstens 10 Prozent der förderfähigen Investitionskosten oder
    - höchstens 50 Prozent der geltenden Basisförderung für die Solarkollektoranlage.

    Eine Liste förderfähiger Einzelmaßnahmen ist auf der Webseite des BAFA einsehbar.
  3. Gebäudeeffizienzbonus: mit bis zu 50 Prozent der Basisförderung (außer bei Nichtwohngebäuden und im Neubau), wenn eine Solarkollektoranlage in einem effizienten Wohngebäude installiert wird.

    Ausgenommen sind Nichtwohngebäude und Neubauten. Als effizient gilt ein Gebäude, das die Anforderungen eines KfW-Effizienzhauses 55 erfüllt.

Die Antragsstellung für die Basis- und Innovationsförderung muss vor dem Vorhabenbeginn, d.h. vor Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages erfolgen. Planungsleistungen dürfen jedoch vor der Antragsstellung erbracht werden. Ausnahmen bilden bei der Basisförderung Anträge von Förderungen für Maßnahmen zur nachträglichen Optimierung einer bereits geförderten Anlage.

Der Verwendungsnachweis ist nach der Inbetriebnahme der Anlage und spätestens vor dem Ablauf der Vorlagefrist, die im Bewilligungsbescheid festgelegt ist, einzureichen. Anschließend erfolgt nach Prüfung des Verwendungsnachweises, die Auszahlung der Förderung. 

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Ansprechpartner

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