Investitionszuschüsse zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien

Hocheffiziente Querschnittstechnologien werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

WER WIRD GEFÖRDERT?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro (mit maximal 30 Prozent Investitionszuschuss).

Gefördert werden außerdem sonstige Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 100 Mio. Euro (mit maximal 20 Prozent Investitionszuschuss) sowie große Unternehmen ab 500 Beschäftigten.

WAS WIRD GEFÖRDERT?

Gefördert werden hocheffiziente Querschnittstechnologien, deren Einsatz auf mehrere Anwendungsgebiete übertragbar ist und sich über alle Branchen hinweg lohnt. Unterschieden wird dabei in die Förderung von Einzelmaßnahmen sowie zur systemischen Optimierung. Planungs- und Investitionskosten (Nebenkosten) sowie die anfallenden Installationskosten sind ebenfalls förderfähig. Zu letzterem zählen die Kosten für Aufstellung, Montage und den Anschluss an vorhandene Systeme zur Herstellung einer betriebsbereiten Anlage. Auflage: Diese Ausgaben müssen in einem direkten Zusammenhang mit der Energieeffizienzmaßnahme stehen. 

EINZELMASSNAHMEN

Im Rahmen der Einzelmaßnahmen sind der Ersatz von einzelnen Anlagen bzw. Aggregaten durch hocheffiziente Anlagen oder Aggregate in folgenden Querschnittstechnologien förderfähig:

  • Elektrische Motoren, Antriebe sowie Drehzahlregelungen.
  • Hocheffizienzpumpen (Sofern diese nicht in Heizkreisen von Gebäuden zur Versorgung mit Heizwärme und Warmwasser genutzt werden. Diese werden im BAFA-Förderprogramm „Heizungsoptimierung“ gefördert.)
  • Ventilatoren und Anlagen zur Wärmerückgewinnung in raumlufttechnischen Anlagen.
  • Drucklufterzeuger sowie Anlagen zur Wärmerückgewinnung in Drucklufterzeugern.
  • Anlagen zur Wärmerückgewinnung und Abwärmenutzung.
  • Dämmung von industriellen Anlagen bzw. Anlagenteilen.

Achtung: LED-Beleuchtung wird im Rahmen des BAFA-Querschnittstechnologie-Förderprogramms nicht mehr gefördert!

Es muss sich um eine Ersatzinvestition handeln. Eine Förderung von Neu- oder Errichtungsinvestitionen ist nicht möglich. Lediglich bei der Nachrüstung von Wärmerückgewinnungsanlagen werden auch Neuinvestitionen gefördert.

Gefördert werden Investitionen:

  • Mit einem Netto-Investitionswert von mindestens 2.000 Euro bis zu einer maximalen Fördersumme von 30.000 Euro.
  • Nebenkosten für Planung und Installation werden ebenfalls gefördert, dürfen jedoch nur maximal 30 Prozent der Gesamtinvestitionssumme betragen.

Die Förderfähigkeit der Investitionsgüter wird hierbei in den jeweiligen Querschnittstechnologien mittels bestimmter Anforderungen an technische Effizienzkriterien ausgemacht. Diese werden ausführlich in den Merkblättern des BAFA beschrieben.

Die Antragsstellung für die Förderung von Einzelmaßnahmen erfolgt ausschließlich über das elektronische Antragsformular auf der Webseite des BAFA.

SYSTEMISCHE OPTIMIERUNG

Im Rahmen der systemischen Optimierung werden auf der Grundlage eines unternehmens-individuellen Konzepts der Ersatz und die Erneuerung von mindestens zwei Querschnittstechnologien sowie der technischen Systeme, in die sie eingebunden sind, gefördert.

Es sind Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen in folgenden Querschnittstechnologien förderfähig:

  • Elektrische Motoren und Antriebe.
  • Hocheffizienzumpen (Einschränkungen siehe oben unter Einzelmaßnahmen).
  • Raumlufttechnische Anlagen.
  • Druckluftsysteme.
  • Anlagen zur Wärmerückgewinnung und Abwärmenutzung.
  • Dämmung von Rohrleitungen, Pumpen und Armaturen.
  • Planungs- und Installationskosten (Nebenkosten).
  • Messtechnik.
  • Energieberatung.

Achtung: Um die Förderung zu beantragen, ist ein durch einen externen, BAFA-gelisteten Energieberater erstelltes Energieeinsparkonzept notwendig. Aus dem Konzept muss die Verwendung hocheffizienter Querschnittstechnologien zur Optimierung von Teil- oder Gesamtsystemen des Antragsstellers hervorgehen.

Die Erstellung des Konzeptes kann im Rahmen der „Energieberatung im Mittelstand“nmit bis zu 60 Prozent, maximal jedoch 3.000 Euro gefördert werden. Die Maßnahmen sind nur dann förderfähig, wenn mit dem Einsatz von hocheffizienten Querschnittstechnologien eine Endenergieeinsparung von mindestens 25 Prozent gegenüber dem IST-Zustand des technischen (Teil-)Systems erzielt und nachgewiesen wird.

Zudem sind Maßnahmen erst ab einem Netto-Investitionsvolumen von mindestens 20.000 Euro je Antragssteller einschließlich der damit zusammenhängenden Nebenkosten sowie der zur Erfassung des Energieverbrauchs erforderlichen Messtechnik, förderfähig. Die maximale Fördersumme beläuft sich auf bis zu 100.000 Euro je Vorhaben bzw. bis zu 150.000 Euro bei Anträgen mit industriellen Pumpensystemen.

WIE WIRD GEFÖRDERT?

Die Förderung erfolgt als Projektförderung in Form der Anteilsfinanzierung und ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss.

Kleine und mittlere Unternehmen erhalten

  • Eine Zuwendung in Höhe von 30 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten bei einer nachgewiesenen Endenergieeinsparung von mehr als 35 Prozent,
  • Eine Zuwendung in Höhe von 20 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten bei einer nachgewiesenen Endenergieeinsparung von 25 bis zu 35 Prozent.
  • Eine Zuwendung in Höhe von 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten bei Inanspruchnahme einer Planungs- und Investitionsförderung.

Sonstige Unternehmen erhalten

  • Eine Zuwendung in Höhe von 20 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten bei einer nach- gewiesenen Endenergieeinsparung von mehr als 35 Prozent. 
  • Eine Zuwendung in Höhe von 10 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten bei einer nachgewiesenen Endenergieeinsparung von 25 bis zu 35 Prozent.

Die Antragsstellung für die Optimierung von technischen Systemen erfolgt ausschließlich über das elektronische Antragsformular auf der Webseite des BAFA. Bei der Antragstellung unterstützt Sie der beim BAFA gelistete Energieberater, den Sie zur Erstellung des Energieeinsparkonzepts benötigen.

Die Auftragserteilung darf erst nach Eingang des Antrags beim BAFA durchgeführt werden. Mit der Umsetzung kann also nach Bestätigung des Antragseingangs begonnen werden – allerdings auf eigenes finanzielles Risiko. DER MITTELSTANDSVERBUND empfiehlt, vor Beginn der Maßnahmen die Entscheidung des BAFA über den Antrag abzuwarten. Der Bewilligungszeitraum, innerhalb dessen die Anlage betriebsbereit installiert sein muss, beträgt neun Monate.

Spätestens drei Monate nach Ende des neunmonatigen Bewilligungszeitraumes ist ein Verwendungsnachweis zu erbringen. Die entsprechende Erklärung muss vollständig ausgefüllt und zusammen mit verschiedenen Unterlagen an das BAFA gesendet werden.

Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt erst nach Abschluss der Prüfung des Verwendungsnachweises!

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