FES lädt zur Mobilitätswende ein – für ein besseres Morgen!

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) veranstaltete am 8. und 9. Mai in ihren Räumlichkeiten in Berlin einen zweitägigen Fachkongress zum Thema „Mobilitätswende“. Themenschwerpunkt war unter anderem der Wandel hin zu einer neuen Mobilität, der Elektrifizierung, autonomem Fahren sowie neuen Mobilitätsdienstleistungen. Eine tragende Rolle spielte dabei auch der Güterverkehr und die damit einhergehende Logistik, die zunehmend eine Herausforderung darstellt.

Berlin, 20.05.2019  – Die Erkenntnis, dass unserem Handeln Grenzen gesetzt sind, wurde gleich zu Beginn formuliert. Das Eingangsstatement von René Bormann (FES) und Martin Stuber (DGB) hätte nicht eindringlicher sein können. Die Megatrends Klimawandel und Digitalisierung stehen im Fokus, es müssen nun schnell Antworten auf eine verfehlte Verkehrspolitik gefunden werden –  Freude an technischen Innovationen vorausgesetzt!

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) veranstaltete am 8. und 9. Mai in Ihren Räumlichkeiten in Berlin einen zweitägigen Fachkongress zum Thema „Mobilitätswende“.Dabei wurde die Veranstaltung von drei Leitthesen flankiert:

  • Die Verkehrswende ist wesentlich mehr als Technikglaube,
  • Die Verkehrswende schafft lokale Beschäftigung,
  • Die Verkehrswende betrifft uns alle.

Danach ging es in zwei Foren weiter. Forum A wurde von Prof. Leerkamp, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes für Güterverkehrsplanung und Transportlogistik der Bergischen Universität Wuppertal mit einem Impulsvortrag eingeleitet. Unter dem Motto „Immer mehr“ führte er vor Augen, vor welchen Herausforderung die Logistikbranche heute mit zunehmenden Verpackungsmengen, Terminsendungen und der notwendigen Vergrößerung der Lieferfahrzeugflotte steht. Immer weniger würden hingegen freie Logistikflächen, freie Ladeflächen und die Akzeptanz der Bevölkerung für Umweltbelastungen. Zudem ist eine gewisse Zuverlässigkeit bei der Zustellung von Waren nicht mehr zu schaffen. Die Gründe sind vielfältig, vorrangig kann hier aber der Fachkräftemangel bei den Fahrern angeführt werden – sinkende Erlöse ergeben sich zwangsläufig als Konsequenz der genannten Aspekte. Einig war man sich bei diese Pannel, dass Dringlichkeit geboten ist, den Dialog mit den Akteuren zu suchen.

Auch der Einsatz von Lastenfahrrädern für die berühmte „letzte Meile“ stelle eine vernünftige Lösung dar und dürfe nicht als Placebo abgetan werden, so die einhellige Meinung unter den Diskutanten. Was uns alle umtreibt ist aber grundsätzlich nicht das Erkenntnisproblem, sondern die fehlende Umsetzung der bekannten Lösungsansätze. Immer wieder kam das Thema „Einführung einer City Maut“ auf den Tisch. Würde man sich dieses Instrument vornehmen, könne Druck von der Straße genommen werden. Konsens war hier auch, dass nicht Verbote in Form von Ordnungsrecht durchgesetzt, sondern mit Hilfe von Angeboten Anreize geschaffen werden sollen.

Mit dem abschließenden Auftritt der Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Nachmittag des ersten Veranstaltungstages wurde der Spannungsbogen gehalten. Der Hinweis der Ministerin auf den „Generationenvertrag“ Klimaschutzgesetz sowie die bereits bekannten Ausführungen zum neu einberufenen Klimakabinett rundeten diesen Vortragstag inhaltlich passend ab.

Die hochkarätig besetzte Veranstaltung bot mit zahlreichen Diskussionsrunden einen kurzweiligen Diskurs zur Themenstellung „Mobilitätswende“ und zudem ausreichend Gelegenheit, um sich im bilateralen Gespräch während der Pausen vernetzen und austauschen zu können. DER MITTELSTANDSVERBUND sieht in den großen Herausforderungen beim Umbau des Verkehrssektors nicht nur Risiken, sondern auch große Chancen. „Der Konflikt zwischen Pfadabhängigkeit bei den Klimaschutzzielen vs. Transformationsbedarf im Mobilitätssektor ist gegeben und sollte mit Augenmaß aufgelöst werden. Ein Umbau bei „laufendem Motor“ birgt enorme Risiken, der nicht zu Lasten von Arbeitsplätzen und einer strukturierten Vorgehensweise gehen darf. Zuallererst müssen die infrastrukturellen Voraussetzungen im Mobilitätssektor geschaffen werden, denn nur so können wir den Wandel bewusst und mit Erfolg gestalten. Viel Potential hinsichtlich einer technologieoffenen Mobilitätswende sehen wir als Verband in der aktuellen Debatte für einen Einsatz synthetischer Kraftstoffe. Kontraproduktiv wäre es, jetzt in einer Schockstarre zu verharren. Packen wir das Thema an“, so Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des MITTELSTANDSVERBUNDES. 

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