Kfz-Meister aus Saarbrücken zeigt: So geht Klimaschutz

12.815 Kilogramm CO2-Emissionen hat der Kfz-Meister Luigi Vangelista im Rahmen des Projektes „Klimaprofi für den Mittelstand“ bereits eingespart – und für dieses Engagement nun das Klimaschutzzertifikat des MITTELSTANDSVERBUNDES erhalten. Die Klimaprofis haben den Betrieb besucht – und Bilanz gezogen.

Saarbrücken, 30.05.2018 – Morgens halb zehn beim Premio Reifen + Autoservice Vangelista in Saarbrücken: Geschäftsführer Luigi Vangelista begrüßt die Klimaprofis ein Jahr nach der Klimaschutzberatung. Das Telefon klingelt unaufhörlich, die Kunden drängen in den Laden – Vangelista freut sich über die gute Auftragslage.

12.815 Kilogramm CO2-Emissionen hat Luigi Vangelista bereits eingespart und für dieses Engagement das Klimaschutzzertifikat des MITTELSTANDSVERBUNDES erhalten.

Doch nicht nur diese hat sich in den vergangenen zwölf Monaten positiv entwickelt – auch der ökologische Fußabdruck des Betriebs ist kleiner geworden. 12.815 Kilogramm CO2-Emissionen hat der Kfz-Dienstleister Luigi Vangelista im Rahmen des Projektes „Klimaprofi für den Mittelstand“ bereits eingespart – und für dieses Engagement nun das Klimaschutzzertifikat des MITTELSTANDSVERBUNDES erhalten.

Ernst Panse, Leiter Klima & Energie, überreicht Luigi Vangelista das Klimaschutzzertifikat des MITTELSTANDSVERBUNDES.

„Das Thema Klimaschutz ist eine Herzensangelegenheit für unseren Betrieb“, so Luigi Vangelista. Dass der gebürtige Italiener und sein Team den Worten von vor einem Jahr auch Taten folgen ließen, beweist die Bilanz ein Jahr nach dem ersten Besuch der Klimaprofis. Im Frühjahr 2017 hatten diese den Energieverbrauch des Kfz-Betriebes auf Einsparpotenziale untersucht. Neben der Heizungsanlage wurden auch elektrische Geräte, das Druckluftsystem und die Beleuchtung unter die Lupe genommen, da in diesen Bereichen typischerweise die größten Optimierungspotenziale liegen.

DER MITTELSTANDSVERBUND hat Anfang des Jahres 2016 das Förderprojekt „Klimaprofi für den Mittelstand“ ins Leben gerufen, um Unternehmen klimafit zu machen. Das vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderte Projekt richtet sich zunächst an fünf Zielbranchen: Bäcker, Fleischer, Friseure, Apotheken und Kfz-Betriebe. Bis zum Jahr 2019 sollen so insgesamt mindestens 8.200 Tonnen CO2 durch entsprechende ressourcenschonende Maßnahmen eingespart werden.

Umrüstung auf LED – es werde Licht

Licht emittierende Dioden (LED) gelten als eine der Schlüsseltechnologien für den Klimaschutz, denn: Die Umstellung von Beleuchtungsanlagen auf LED in Verbindung mit einer optimierten Lichtsteuerung kann den Stromverbrauch um mehr als 80 Prozent verringern. Doch der Einsatz von LED ist keineswegs ein Selbstläufer – innovative Technologien brauchen Menschen, die bereit sind, sich auf Neues einzulassen. Luigi Vangelista ist einer dieser Menschen. Der Kfz-Dienstleister hat nach der Klimaschutzberatung der Klimaprofis den überwiegenden Teil der Beleuchtung seiner Liegenschaft auf energiesparende LED-Technik umgestellt.

Und nicht nur das: Um möglichst viel Energie für die künstliche Beleuchtung einzusparen, lenkt Vangelista mithilfe großer Deckenfenster natürliches Licht in die Lager- und Werkstatträume, welche so mit Tageslicht durchflutet werden. Das trägt nicht nur zum Wohlbefinden bei, sondern spart neben Energie auch Kosten ein. Und in der Tat: Allein durch den Einsatz effizienterer Leuchten und Leuchtmittel konnte Vangelista bereits rund 26 Prozent der Stromkosten einsparen.

Da sich LED-Lampen optimal mit Bewegungsmeldern kombinieren lassen, nutzt Vangelista die Technik, um insbesondere im Reifenlager noch weiter den Energiebedarf zu reduzieren. Vier bis fünf Minuten benötigen die Mitarbeiter maximal für den Transport der Reifen aus dem Lager – das hat er per Stoppuhr ermittelt. Mithilfe von Bewegungsmeldern erlischt das Licht nach sieben Minuten von allein. Kleiner Aufwand – große Wirkung.

Und nicht nur bei der Beleuchtung sieht und hebt Vangelista Einsparpotenziale – auch in Sachen Heizungsoptimierung ist der Betrieb bereits aktiv. „Wir setzen bei der Heizanlage hocheffiziente Pumpen ein, um auch hier nachhaltiger zu wirtschaften.“ Zudem habe der Betrieb die Vorlauftemperatur des Heizkessels abgesenkt. „Früher hatten wir einen Heizungsvorlauf, der etwa bei 70 - 80 Grad lag. Heute haben wir einen Vorlauf, der maximal noch 60 - 65 Grad beträgt.“, so Vangelista. Hierdurch wird natürlich sehr viel Energie und CO2 eingespart.

Das Druckluft-System muss dicht sein!

Natürlich benötigt eine Kfz-Werkstatt viel Druckluft. Erfahrungsgemäß schlummert hier ein großes Optimierungspotenzial. Denn nur selten sind die Druckluftleitungen richtig dicht. Nicht so bei Vangelista. Geht man durch seine Werkstätten und Lagerräume, ist kein Zischen oder Pfeifen zu höhen. Das Verteilsystem der Druckluft ist optimal abgedichtet. Jede Zapfstelle kann einzeln abgesperrt werden – und nach Feierabend wird das auch gemacht. So sind kaum Druckverluste im Verteilsystem zu beobachten.

E-Mobilität – Saarbrücken unter Strom?

Doch Luigi Vangelista hat noch größere Ambitionen. Denn auch dem Thema Elektro-Mobilität möchte sich der Kfz-Meister, der sich auch als Vorstandsmitglied im saarländischen Kfz-Verband engagiert, annehmen. Die Zahl der Elektroautos sei in Deutschland im Verhältnis zu herkömmlichen Fahrzeugen gering – auch im Kreis Saarbrücken. Aufgrund der Diesel-Debatte sei das Interesse an der Technik jedoch größer geworden.

So plant er die Anschaffung eines E-Fahrzeugs sowie eines Hybridfahrzeugs, die er etwa im Falle einer Reparatur seinen Kunden als Service-Fahrzeug zur Verfügung stellen möchte. „Wir wollen uns von Mitbewerbern abheben und einer der ersten Betriebe sein, der sich mit der Technik auskennt.“, so Vangelista. „Papa, wir müssen hier Vorreiter sein!“, unterstützt auch sein Sohn die Pläne.

Also Stecker rein und E-Pilot sein? Nicht ganz, denn: „Wo betanken die Kunden das Auto?“, fragte sich der Familienbetrieb. Insbesondere im ländlichen Raum zähle eine öffentliche Ladesäule noch zu den Raritäten. Und ohne Ladesäulen keine Elektroautos – oder ohne Elektroautos keine Ladesäulen? Der „Die Henne und das Ei“-Klassiker also.

Doch Luigi Vangelista hat bereits konkrete Pläne: „Wir möchten gern zwei E-Zapfsäulen an unserem Gebäude installieren, die rund um die Uhr öffentlich nutzbar sein sollen. Was uns nun noch fehlt, ist die passende Förderung. Allein können wir die Kosten nicht stemmen.“ Für eine Subvention sei er derzeit im Gespräch mit den Stadtwerken und fordert mehr Unterstützung durch die Bundesregierung: „Das sind doch Investitionen für die Zukunft.“, appelliert Vangelista.

Teamwork für mehr Klimaschutz

Zu den technischen und finanziellen Herausforderungen gesellten sich fragende Blicke der Kollegen, so dass der Kfz-Dienstleister hier zunächst Überzeugungsarbeit leisten musste. „Von allein wäre hier nichts passiert. Allerdings habe ich die Kollegen dazu bewegen können, sich mit der Thematik beschäftigen und sich auch Know-How zur E-Mobilität anzueignen.“

Geplant seien zudem auch Hochvoltschulungen, um die Mitarbeiter weiterzubilden, denn: Bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen treten bis zu 650 Volt Spannung auf. Fachkräfte in Werkstätten oder bei Automobilherstellern müssten deshalb den Umgang mit Hochvoltsystemen sicher beherrschen.

Politik muss jetzt die Weichen stellen

Luigi Vangelista fordert die Politik auf, endlich die Weichen für eine zukunftsfähige Ladeinfrastruktur zu stellen. Von heute auf morgen sei der Umstieg vom Verbrenner zum Stromer aber trotzdem nicht realistisch. „Auf kurze Sicht wird sich das Hybridfahrzeug durchsetzen“, so seine Prognose. Um mehr Menschen für das Thema zu begeistern, fordert der Kfz-Meister seitens der Ministerien eine umfassendere Aufklärung zu Förderprogrammen, Technik und zur „Reichweitenangst“. Der Weg für die Elektromobilität ist also noch lang und kostspielig.

Doch ob mit Stromer oder ohne – Luigi Vangelista und seine Familie stehen als Paradebeispiel für ein verantwortungsvolles Wirtschaften, das nicht nur die Stromkosten senkt, sondern gleichzeitig das Klima schont.

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