Mit voller Fahrt in Richtung Zukunft – Bio-Bauernhof Vorwerk Podemus startet E-Auto-Praxistest

Das Vorwerk Podemus aus Dresden steht seit dem Jahr 1991 für organischen Landbau, aktiven Naturschutz und ökologischen Enthusiasmus. Als einer der ersten Teilnehmer des E-Autopraxistests des MITTELSTANDSVERBUNDES öffnet sich der Bio-Bauernhof nun dem Thema Elektromobilität.

Dresden, 14.12.2017 – Seit dem Jahr 1991 steht das Vorwerk Podemus für organischen Landbau, traditionelles Fleischhandwerk, aktiven Naturschutz und ökologischen Enthusiasmus. Nun geht der Biobauer Herbert Probst mit seinem biozertifizierten Betrieb einen Schritt weiter in Richtung nachhaltige Zukunft, denn: Das Vorwerk Podemus ist einer der ersten Teilnehmer der einwöchigen E-Auto-Testfahrt im Rahmen des Projektes „Klimaprofi für den Mittelstand“. In Zusammenarbeit mit der MEGA-Das Fach-Zentrum für die Fleischerei und Gastronomie GmbH geht DER MITTELSTANDSVERBUND dieses Projekt an.

Mehr Bio, mehr glücklich

Matthias Schmidt (Geschäftsführer MEGA GmbH), Kerstin Liebstein (Vorwerk Podemus) und Ernst Panse (Leiter Klima und Energie, DER MITTELSTANDSVERBUND)„Alles begann mit einem kleinen Kartoffelverkauf auf unserem Hof“, erzählt Bernhard Probst, leidenschaftlicher Biobauer vom Vorwerk Podemus in Dresden. Das Konzept aus Landbau, Biomarkt, Bio-Fleischerei und Bio-Gastronomie wird inzwischen so gut in der Region angenommen, dass Bio-Liebhaber nicht mehr nur auf den Podemus-Höfen, sondern auch in der Stadt den Bioeinkauf inklusive Hofatmosphäre genießen können – so zum Beispiel in den Bio-Märkten in Dresden, Radebeul und Bautzen.

Für sein Engagement wurde das Vorwerk Podemus bereits im Jahr 2006 mit dem "Förderpreis Naturschutzhöfe" des Bundes-Umweltministeriums ausgezeichnet, denn: Die Bewirtschaftung der über 200 Hektar Acker- und Grünflächen erfolgt ohne synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel und Monokulturen. Und: „Das Fleischerhandwerk hat bei uns Tradition. Alle Arbeitsschritte von der tagesfrischen Schlachtung bis hin zur Herstellung unserer Fleisch- und Wurstspezialitäten erfolgen direkt bei uns auf dem Hof.“, berichtet Probst stolz.

„So ein E-Auto macht schon Eindruck“

Kay Grundig (Autocenter Dresden), Kerstin Liebstein (Vorwerk Podemus) und Ernst Panse (Leiter Klima und Energie DER MITTELSTANDSVERBUND)Eigentlich sei er ein Verfechter von Biogas, berichtet Bernhard Probst – bereits acht Autos, die mit dem alternativen Antrieb betankt werden, zählen zu seiner Transportflotte. In der E-Auto-Testfahrt sieht er trotzdem ein Potenzial für das Image seines biozertifizierten Betriebes, denn „probieren geht über studieren“ – und einige seiner Kunden hätten sogar bereits ein E-Auto. Probst´ Mitarbeiterin Frau Liebstein bestätigt das Bild: „Unsere Kunden schauen natürlich, ob wir mit einem alten Diesel-Fahrzeug rumfahren oder mit einem Elektromobil – das macht schon einen Eindruck.“

Gedanken macht sich Probst derzeit noch über das Thema Reichweite – eine Strecke zwischen den Podemus-Filialen betrage etwa 60 Kilometer, so dass der Kilometerstand durch mehrere Fahrten am Tag insgesamt auf über 100 Kilometer komme – allerdings habe er auch nichts gegen eine Kaffeepause, in der er das elektrische Mobil laden könne. Elektrische Lademöglichkeiten seien auf dem Hof ohnehin vorhanden. Und sogar über eine eigene Ladesäule denkt der Biobauer nach. Doch auch einige andere Fragen zum Thema Elektromobilität bereiten ihm und seiner Kollegin Kopfzerbrechen: „Kann ich überall laden?“ und „Wie lange dauert das?“ – Fragen, auf die im E-Auto-Projekt des MITTELSTANDSVERBUNDES Antworten gefunden werden sollen.

Das „Big Picture“ der Mobilität

Doch für Bernhard Probst geht der Weg in eine nachhaltige Zukunft weit über das Thema Elektromobilität hinaus – der Biobauer sieht nicht nur Hemmnisse beim Thema „Alternative Antriebsmittel“, sondern ebenso Nachbesserungsbedarf beim Ausbau von intelligenten Stromnetzen. So könne der Strom viel effizienter und in den Regionen genutzt werden, in denen er tatsächlich auch gebraucht werde. Zudem fahren Elektroautos zwar ohne direkten CO2-Ausstoß – die E-Mobilität sei daher also nur „grün“ in ihrer unmittelbaren Umgebung, solange der Strom selbst nicht auch aus regenerativen Energien erzeugt werde. Auch die Herstellung eines Elektromotors sei extrem ressourcenfressend und daher nicht nachhaltig.

Und was oft vergessen werde, sei der Lieferverkehr: Dieser berge ein enormes Potenzial, um den „Transportwahnsinn“ und den Co2-Ausstoß einzudämmen. Ideen zur Umsetzung hat er bereits: „Der Güterverkehr muss auf die Schiene“, fordert Probst. Hierzu müsse die Politik die Finanzierung von Eisenbahnstrecken vorantreiben und im wahrsten Sinne des Wortes die Weichen stellen, so Probst weiter.

Kopfschmerzen bereite ihm ebenfalls das Thema „Fahrgeräusche“ – spielen doch auf seinen Höfen viele Kinder, die das geräuscharme Elektro-Gefährt unter Umständen nicht bemerken könnten. Erforderlich sei daher, Elektroautos hörbar zu machen, um Unfälle zu vermeiden. Seine Mitarbeiterin Frau Liebstein wiederum erhofft sich, dass das Auto wesentlich leiser ist im Vergleich zu den herkömmlichen Fahrzeugen – ein sanftes „Dahingleiten“ sei ihr Wunsch.

Kay Grundig (Autocenter Dresden), Kerstin Liebstein (Vorwerk Podemus) und Ernst Panse (Leiter Klima und Energie DER MITTELSTANDSVERBUND)Die Erwartungen zum Thema Elektromobilität sind sichtbar differenziert – umso wichtiger ist der Diskurs über alternative Antriebsmöglichkeiten und Mobilitätskonzepte im „Big Picture“. An dieser Stelle will DER MITTELSTANDSVERBUND mit dem E-Auto-Praxistest ansetzen – und sich Vorurteilen annehmen, Hürden gemeinsam angehen und Verbesserungspotenzial ausloten.

Und dass sich Skeptiker wie Bernhard Probst dem Thema E-Mobilität öffnen, zeigt doch eines: Bereitschaft und Neugier sind da – und unabhängig davon, ob das Auto am Ende des Tages mit Biogas oder Strom betrieben wird, ist diese Entwicklung doch in jedem Falle eine Fahrt in die richtige Richtung.

Klimaprofis unter Strom – Aufladen statt tanken

Hintergrund des E-Auto-Praxistests: Seit November 2017 können Bäcker, Apotheken, Friseure, Fleischer und Autowerkstätten zusätzlich zur Klimaschutzberatung im Rahmen des Projektes „Klimaprofi für den Mittelstand“ kostenlos E-Fahrzeuge für eine Woche im Arbeitsalltag testen. Aufladen statt tanken lautet die Devise, denn: Elektrofahrzeuge sind ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende.

Von den Testergebnissen erhofft sich DER MITTELSTANDSVERBUND wesentliche Erkenntnisse zur Praxistauglichkeit von Elektrofahrzeugen und insbesondere auch Offenheit gegenüber dem Thema E-Mobilität. Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Dr. Ludwig Veltmann, ruft daher die Mitglieder in den betroffenen Branchen zur Beteiligung an dem Pilotprojekt auf. „Klimaschonende Maßnahmen sichern nicht nur die eigene Zukunft Ihres Unternehmens. Sie helfen auch ein Stück weit, unsere Städte lebenswert zu halten und dort die Umwelt zu schützen“.

DER MITTELSTANDSVERBUND hat Anfang des Jahres 2016 das Förderprojekt „Klimaprofi für den Mittelstand“ ins Leben gerufen, um Unternehmen klimafit zu machen. Das vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderte Projekt richtet sich an Branchen, die beim Energiesparen bisher kaum in Erscheinung getreten sind – Bäcker, Fleischer, Friseure, Apotheken und Kfz-Betriebe. Bis zum Jahr 2019 sollen so insgesamt mindestens 8.200 Tonnen CO2 pro Jahr durch entsprechende ressourcenschonende Maßnahmen eingespart werden.

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