Mobilitätstage 2018: Ein Blick in die Zukunft der Mobilität

Am 12. November 2018 fand im House of Logistics + Mobility (kurz HOLM) in Frankfurt am Main der erste Mobilitätstag in Trägergemeinschaft des MITTELSTANDSVERBUNDES mit dem Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V, dem BEM – Bundesverband eMobilität e.V. und weiteren Partnern statt. Einheitliches Credo der rund 250 Teilnehmer: Die Mobilitätswende gelingt nur gemeinsam.

Frankfurt am Main, 12.11.2018 – Am 12. November 2018 fand im House of Logistics + Mobility (kurz HOLM) in Frankfurt am Main der erste Mobilitätstag in Trägergemeinschaft des MITTELSTANDSVERBUNDES mit dem Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V, dem BEM – Bundesverband eMobilität e.V. und weiteren Partnern statt. Das Interesse war groß: Rund 250 Teilnehmer fanden den Weg in die Zukunftsschmiede der Mobilität.

MITTELSTANDSVERBUND-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann und Ralf Barkey, Vorsitzender des Vorstandes, Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V haben den Selbstversuch gemacht.Und so trafen sich zur Premiere führende Experten und innovative Köpfe, um sich gemeinsam im Rahmen von Podiumsdiskussionen und Vortrags-Foren über Investitionen & Finanzierungen in Mobilitätskonzepte, Verkehrslogistik & Infrastruktur von Heute und Morgen auszutauschen und über den Status Quo der Technik von Elektrofahrzeugen und Produktneuheiten zu sprechen. Die verbandsübergreifenden Mobilitätstage sollen hierbei als Plattformen dienen, um Genossenschaften, den kooperierenden Mittelstand, Kommunen und Endverbraucher besser zu vernetzen und einen intensiven Austausch zu ermöglichen.

Auch der Fahrspaß kam nicht zu kurz: Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, eGeräte und eFahrzeuge wie etwa E-Bikes, E-Scooter und E-Skateboards einmal selbst vor Ort auszuprobieren.

 Es geht nur vernetzt

„Eines ist ganz klar: Es geht nur vernetzt.“, appellierte Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des MITTELSTANDSVERBUNDES im Rahmen der Podiumsdiskussion mit dem Dachthema „Wer gestaltet die Mobilität der Zukunft? Nachhaltige Stadt- und Gemeindeentwicklung mit lokalen Akteuren vor Ort!“, an der unter anderem auch Ralf Barkey, Vorsitzender des Vorstandes, Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V und Stephan Büttgen, R+V Allgemeine Versicherung AG, teilnahmen.

Die Politik müsse sich auf den unterschiedlichen Ents„Eines ist ganz klar: Es geht nur vernetzt.“, appellierte Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des MITTELSTANDSVERBUNDES im Rahmen der Podiumsdiskussion.cheidungsebenen koordinieren. Zu viel Gegeneinander und Flickenteppiche statt ein abgestimmtes Miteinander seien nicht zielführend, so Veltmann weiter. „Wir brauchen ein klares und vor allem nachhaltiges Ziel und entsprechende politische Rahmenbedingungen, um die Mobilitätswende zu meistern. Und wir benötigen einen Transmissionsriemen für all jene Erkenntnisse, die auf höherer Ebene diskutiert werden, um jeden Einzelnen zu erreichen. Wir als MITTELSTANDSVERBUND klären auf und machen E-Mobilität im Rahmen unseres Projektes „Klimaprofi für den Mittelstand“ erlebbar. Die Akzeptanz muss steigen. Wir müssen Theorie und Forschungsergebnisse mit der Praxis zusammenbringen.“, so Veltmann.

Doch wer jetzt ein E-Auto kaufen will, muss sich häufig auf Lieferzeiten von bis zu einem Jahr einstellen: „Wir haben Wartezeiten für E-Autos, die an das Trabbi-Zeitalter erinnern.“, gab Michael Lindhof vom E-Carsharing-Dienstleister mobileeee GmbH zu bedenken.

Zwischenappell aus dem Publikum: Mobilität von morgen könne im Einklang mit genossenschaftlichen Strukturen organisiert werden. Insbesondere die Möglichkeiten für ein demokratisches Mitwirken müsse hierbei stärker kommuniziert und beworben werden – dies zeige nicht zuletzt das Engagement von Ehrenamtlichen im Rahmen von Bürger-Energiegenossenschaften.

Auch Ralf Barkey, Vorsitzender des Vorstandes, Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V betonte: „Mittlerweile gibt es kaum noch Gesellschaftsbereiche, in denen wir keine genossenschaftlichen Strukturen finden. Wir müssen Partner miteinander verbinden und neue Geschäftsmodelle schaffen. Allerdings benötigen wir hierfür eine entsprechende Infrastruktur – auch auf dem Land.“

Klimawandel und Gerechtigkeit

Vor welchem enormen Wandel die Automobilindustrie steht und was autonomes Fahren mit Energie- und Klimawandel zu tun hat, erläuterte Jürgen Schultheis, Senior Manager House of Logistics and Mobility (HOLM) in seinem inspirierenden und spannenden Vortrag „Die Zukunft der Mobilität im Spannungsfeld von Digitalisierung, Energie- und Klimawandel“. Hierbei stellte er auch die Frage nach der Gerechtigkeit in den Raum und brachte damit eine Komponente ein, die in der Diskussion über den Klimawandel oft stiefmütterlich behandelt wird. Es seien die Industrienationen, die den größten negativen Einfluss auf das Klima hätten, die ärmsten Länder aber müssten ganz besonders unter den Folgen leiden. Die Philippinen etwa seien besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. „Dabei tragen sie selbst nur etwa 0,3 Prozent dazu bei“ Hier müsse der Verkehrssektor seinen Beitrag leisten. „Technisch ist das möglich, wir müssen nur wollen“, gab Schultheis zu bedenken.

Doch das Bewusstsein ist da, meint Ernst Panse, Leiter Klima und Energie des MITTELSTANDSVERBUNDES. „Die hohe Teilnehmerzahl beim Mobilitätstag 2018 zeigt deutlich, dass die Mobilitätswende auch für die Verbundgruppen als Mitglieder des MITTELSTANDSVERBUNDES von großer Bedeutung ist. Das Thema Klima- und Umweltschutz geht uns alle an.“, so Panse.

Autonomes Fahren liefert enorme Datenmengen

Klar: Die E-Mobilität ist bereits seit Jahren ein Trend-Thema. Doch unabhängig davon, ob ein Fahrzeug künftig mit Strom oder Gas fährt, steht eines fest: Autonom fahrende Autos sind eine der größten Herausforderungen in der Historie und Zukunft der Automobilbranche. 

Bis 2035 prognostiziert Schultheis für den westeuropäischen Raum etwa drei Millionen autonome Fahrzeuge, für China sogar 5,7 Millionen. Da automatisiertes Fahren nur durch die intelligente Verknüpfung aller Daten und einer entsprechenden Software-Algorithmik funktioniert, überrascht die Prognose von Intel, dass jedes autonome Auto vier Terabyte Daten pro Tag generiert, wohl kaum. Hochskaliert bedeutet das allerdings: Eine Million Autonome Autos generieren so viele Daten wie drei Milliarden Menschen am Tag. Und das klingt schon ganz anders und zeigt die enormen Herausforderungen auf.

Deutschland droht der Strom-Engpass

Doch Deutschland droht der Strom-Engpass. „Bis 2050 werde ein Nettozubau an erneuerbaren Energien von durchschnittlich bis zu 8,5 Gigawatt jährlich erforderlich. Dafür müsse der bestehende Ausbaukorridor erweitert und die benötigten Flächen in den Bundesländern auch wirklich zur Verfügung stehen.“, zitierte Jürgen Schultheis ein Ergebnis aus der dena-Leitstudie zur integrierten Energiewende. Den Plänen der neuen Bundesregierung zufolge sollen die erneuerbaren Energien im Jahr 2030 rund 65 Prozent der Stromerzeugung abdecken. „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss deutlich erhöht werden", heißt es auch im Koalitionsvertrag. Auf dem Weg zu diesem ambitionierten Ziel stehen allerdings zwei große Hemmnisse: Einerseits ist die Stromerzeugung durch Wind- und Sonnenenergie aufgrund des Klimas nicht immer gesichert – andererseits muss der Strom häufig über weite Wege transportiert werden. Dabei sollten die neuen Stromautobahnen ursprünglich bereits 2022 fertig gebaut sein, wenn die letzten deutschen Atomkraftwerke ihren Dienst einstellen.

E-Bikes: Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit Hand in Hand

„Fahrradfahren ist gesund, umweltfreundlich und klimaschonend, spart Platz und ist geräuscharm“, appellierte Franz Tepe von der ZEG Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft eG. Der dortige Leiter für Marketing und Werbung zeigte auf, wie jeder Einzelne die Umwelt entlasten kann und wie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Denn wer mit dem E-Bike statt mit dem PKW pendelt, ist um ein Vielfaches umweltfreundlicher unterwegs und kann dabei sogar Geld sparen. Der Trend Radleasing über den Arbeitgeber boomt. Seit 2012 gelten für Dienstfahrräder ähnliche steuerliche Regeln wie für Dienstwagen. Das Modell funktioniert über die sogenannte Entgeltumwandlung: Die Leasingrate wird direkt vom Bruttogehalt abgezogen und reduziert so die Steuerlast – Leasingnehmer ist der Arbeitgeber, der das Fahrrad dann der Mitarbeiterin zur Nutzung anbietet. Dem Arbeitgeber entstehen in der Regel keine zusätzlichen Kosten, aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich vergleichsweise günstig ein Fahrrad zulegen. Positiver Nebeneffekt: Die tägliche Radpartie hält fit.

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