Vorbildfunktion für Klimaschutz und E-Mobilität

LED-Licht statt Natriumdampflampen, Solarenergie vom eigenen Dach und ein eigener E-Auto-Fuhrpark? All das sind schon länger Vorschläge von Branchenberatern des Bäckerhandwerks. Wie aber genau das geht, Energieeinsparung und Klimaschutz, das ist für viele Betriebe nur schwer zu fassen. Die BÄKO Saar-Pfalz eG will Ihren Mitgliedsbetrieben intensiver Hilfestellung geben und gab nun gemeinsam mit dem MITTELSTANDSVERBUND des Startschuss für einen gemeinsamen E-Auto-Praxistest im Rahmen des Projektes „Klimaprofi für den Mittelstand“.

Homburg, 12.11.2018 – Die Wirtschaft berichtet von zunehmendem Kostendruck. Als Zulieferer und Partner des Bäckerhandwerks ist die Bäcker- und Konditoren-Einkaufsgenossenschaft BÄKO Saar-Pfalz eG gefordert, ihren Mitgliedern und Kunden zukunftsfähige Angebote zur Kostensenkung zu machen. Dabei rückt zunehmend das Thema Energieeinsparung in den Fokus. „Das bewegt uns schon seit Jahren,“ sagt Kai-Uwe Heuer, geschäftsführender BÄKO-Vorstand. „Inzwischen sehen wir das auch in einem größeren Rahmen, weil das Thema Klimaschutz hinzukommt.“ Da ist das Projekt "Klimaprofi für den Mittelstand" ein perfekter Impuls und eine willkommende Unterstützung.

„Die Zukunft wird der E-Mobilität gehören. Das ist nur eine Frage der Zeit.“, ist sich Kai-Uwe Heuer sicher.LED-Licht statt Natriumdampflampen, Solarenergie vom eigenen Dach statt Strom vom EVU, das sind schon länger Vorschläge von Branchenberatern des Bäckerhandwerks. Wie aber genau das geht, Energieeinsparung, das ist für viele Betriebe nur schwer zu fassen. Die BÄKO Saar-Pfalz eG will ihren Mitgliedsbetrieben intensiver Hilfestellung geben und kooperiert dabei mit dem MITTELSTANDSVERBUND, der als Spitzenverband der deutschen Wirtschaft die Interessen von circa 230.000 mittelständischen Unternehmen aus rund 45 Branchen vertritt. Der Spitzenverband hat mit der Förderung vom Bundesumweltministerium das Pilotprojekt „Klimaprofi für den Mittelstand“ aufgelegt. Es ist Teil der Nationalen Klimaschutz-Initiative (NKI), mit der die Bundesregierung seit inzwischen zehn Jahren Klimaschutzaktivitäten unterstützt. Der MITTELSTANDSVERBUND legt mit dem Klimaprofi-Projekt den Fokus auf mittelständische und handwerkliche Unternehmen, die wie das Bäckerhandwerk in der Produktion hohe Energiekosten haben. Für Klimaprofi Ernst Panse vom MITTELSTANDSVERBUND gilt daher die BÄKO Saar-Pfalz als wichtiger Multiplikator für das Klimaschutzprojekt.

Als Genossenschaft sei man dem gesetzlichen Förderauftrag verbunden, erläutert BÄKO-Geschäftsführer Heuer und betont: „Die Klimaschutzinitiative für unsere Mitglieder nutzbar zu machen“, liege ganz sicher in deren Interesse. Der Diplom-Ökonom hat vor einem halben Jahr die Geschäftsführung übernommen und sich gleich das Thema Energieeffizienz auf die Fahnen geschrieben. „Bäckereien und Konditoreien arbeiten sehr energieintensiv, denken Sie nur an die Öfen und die Kälteanlagen,“ erklärt er beim Besuch der Klimaprofis. Hier lägen relevante Ansatzpunkte für Energieeinsparung und damit für den Klimaschutz.

Innovativität und Modernität – neue Attribute für ein Traditionshandwerk

Panse nimmt diese Aktivitäten auf, als er in einem Workshop für die BÄKO-Mitarbeiter die Ziele des Klimaprofi-Projekts umreißt. Die BÄKO Saar-Pfalz geht die Herausforderungen schon jetzt bei den geplanten Umbau- und Renovierungsmaßnahmen ihrer Niederlassung aktiv an. Heuer: „Wir müssen im Sinne unserer Mitglieder wirtschaftlich handeln. Dazu gehört auch, dass wir notwendige Modernisierungen machen, z.B. die Isolierung unseres 40 Jahre alten Daches auf neuesten Stand bringen oder die Fenster sanieren, die aus den 70er Jahren stammen.“ Das sorge, so der Geschäftsführer, für Einsparungen im Energiebereich und erhöhe die Wirtschaftlichkeit der Immobilie. Und: „So können wir auch eine Vorbildfunktion erfüllen, wenn wir bei unseren Mitgliedern für Klimaschutz werben.“

Der gewerbliche Einsatz von Elektro-Fahrzeugen wird in der Bäckerbranche noch skeptisch gesehen. Zu geringe Reichweite, hohe Anschaffungskosten, mangelhafte Infrastruktur der Ladestationen, so lauten drei oft genannte Begründungen, warum E-Autos angeblich nicht für Backbetriebe in Frage kämen. Das Projekt „Klimaprofi für den Mittelstand“ will daher nicht nur theoretische Aufklärung betreiben, sondern den Betrieben durch einen einwöchigen Praxistest mit einem E-Lieferfahrzeug – im Wortsinn – Er-„fahrung“ anbieten.

Der MITTELSTANDSVERBUND seinerseits erhofft sich von den Testergebnissen, die im ganzen Bundesgebiet zusammengetragen werden, belastbare Aussagen zur Praxistauglichkeit und möchte zudem größere Offenheit gegenüber dem Thema E-Mobilität erzielen. Die BÄKO Saar-Pfalz steht spätestens seit der Vorführung des „Streetscooter“, dessen Funktionen Ernst Panse im Workshop auch mit den bekannten Vor- und Nachteilen vorführt, hinter dem Projekt. Der Workshop, sagt Kai-Uwe Heuer, habe seinen Mitarbeitern „die Augen geöffnet“ für das Thema. „Wir möchten als BÄKO natürlich auch als innovatives, modernes Unternehmen wahrgenommen werden. Wir müssen dem Mitglied Vorbild sein,“ ist BÄKO-Mann Heuer überzeugt.

Keine Abgase – kein Fahrgeräusch – hoher Imagegewinn

Einsatzmöglichkeiten der E-Mobilität gebe es vor allem im Bereich der Filialbelieferung. „Da ist erheblicher Bedarf“, analysiert Heuer die Entwicklung. Da würde Mehrwert geschaffen gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, vor allem in Bezug auf die Imageverbesserung der Backbranche. Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Regionalität, handwerkliche Herstellung kontra industrieller Produktion, all diese Begriffe stehen für das Thema Umweltschutz. Um in diesem Umfeld beim Kunden zu punkten, kann E-Mobilität zusätzliche Aufmerksamkeit wecken. Heuer: „Im Bäcker- und Konditorenhandwerk gibt es viele Filialbetriebe in Stadtlagen. Dort ist der Einsatz von E-Fahrzeugen sehr sinnvoll.“ Ein starker Vorteil für elektrobetriebene Auslieferungsfahrzeuge sei, dass sie keine Abgase produzieren und so gut wie kein Fahrgeräusch entfalten. Heuers Erwartung ist, dass beim Einsatz elektrisch betriebener Lieferfahrzeuge „unserer eher traditionellen Branche Attribute wie Innovativität und Modernität zugeschrieben“ werden.

Ein gravierendes Hemmnis beim Umstieg auf E-Mobilität wie auch für viele andere Energiesparmaßnahmen sind die Investitionskosten. Backhandwerker sind Unternehmer, und die müssen „spitz“ rechnen und die Kosten genau kennen. Die Branche befindet sich außerdem in einem anhaltenden Konzentrationsprozess hin zu größeren, leistungsfähigeren Betrieben. Heuer weiß um die konkreten Auswirkungen. Es gebe auch unter den BÄKO-Mitgliedern im Saarland und in der Pfalz Betriebe mit existenziellen Sorgen, die sich fragten, wie es spätestens mit der nächsten Generation weitergehe. Da habe Klimaschutz keine Priorität. Aber: „Es gibt auch sehr moderne Betriebe, aufgeschlossene Inhaber, junge Chefs, die große Sensibilität haben für dieses Thema und bei denen wir offene Türen einrennen werden,“ betont der BÄKO-Geschäftsführer.

E-Mobilität wird im Ranking der Energiesparmaßnahmen nachrangig gesehen. Wärmerückgewinnung an den Öfen, Umrüstung der Beleuchtung oder Effizienzgewinnung im Bereich der Kühlzellen, Gärunterbrechern und Kühltheken haben Vorrang. Heuer weiß, dass seine BÄKO angesichts dieser Herausforderungen „wohl eher nicht mit schnellen Entscheidungen oder kurzfristiger Reaktion auf unsere Empfehlungen rechnen können, Elektrofahrzeuge einzusetzen.“ Da aber der Streetscooter als Testfahrzeug zur Verfügung steht, ist Heuer prinzipiell positiv gestimmt: „Ich glaube, dass jeder Bäcker, den wir für einen einwöchigen Test gewinnen können, nachher sagen wird: ‚Ja, das ist eine tolle Sache, das kann ich mir vorstellen.’“

Der BÄKO-Geschäftsführer begründet seinen Optimismus damit, dass das Saarland kein Flächenland ist. Große Strecken seien nicht zurückzulegen. Daher, so Heuer, dürfte sich ein E-Auto für die Filialbelieferung eignen. Individuell sei das natürlich sehr unterschiedlich, hänge von der Anzahl der Filialen ab. „Aber die Reichweiten, die die Autoindustrie heute zur Verfügung stellt, dürften in vielen Fällen ausreichen,“ so seine Prognose. Außerdem erwartet er, dass das Netz der Ladestationen bei steigender E-Mobilität engmaschiger wird. Einen Einsatz am BÄKO-Standort kann sich der Geschäftsführer gut vorstellen: „Wir möchten als BÄKO natürlich als innovatives, modernes Unternehmen wahrgenommen werden. Wir müssen dem Mitglied auch Vorbild sein.“ Entsprechend geht die BÄKO Saar-Pfalz davon aus, dass sich der Aufwand lohnen werde, „den wir hier für E-Mobilität und Klimaschutz betreiben.“ Kai-Uwe Heuer ist sich sicher: „Die Zukunft wird der E-Mobilität gehören. Das ist nur eine Frage der Zeit.“

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